Moving Movies 2011

2011 war ich nur etwa halb so oft im Kino wie 2010 – was einerseits am Filmangebot lag, andererseits an einer mehr geselligen Freizeitgestaltung (ich gehöre zu den Leuten, die auch ganz alleine ins Kino gehen, wenn sie einen Film sehen wollen). Einige Filme, die zunächst auf der “To See”-Liste standen, habe ich aufgrund schlechter Kritiken – sowohl von Profis als auch von Freunden – wieder gestrichen. Dazu gehörten unter anderen “Red Riding Hood”, “Sucker Punch” und “Cowboys versus Aliens”. Andere Filme haben schon durch den Trailer abgeschreckt – wer will schon eine reine Action-Spektakel-Variante der “3 Musketiere” mit Luftschiffen (!!!) sehen, wenn es so viele gute ältere Verfilmungen des Stoffes gibt? Andere Filme waren einfach zu schnell aus dem Kino, um sie anzuschauen – “Priest” mit Paul Bettany und überraschenderweise auch Roland Emmerichs Shakespeare-Version “Anonymus”. Einige weitere Filme waren die Kinokarte nicht wert – “Transformers 3″ oder “World Invasion: Battle Los Angeles” mussten auf DVD genügen und nein, ich hatte nichts verpasst.

Neben solidem, aber unspektakulärem Serienfutter wie “Harry Potter 7/II” und “Twilight 4/I” hatte das Kinojahr 2011 aber auch ein paar Highlights zu bieten. Hier meine Top Ten:

1. Source Code
Der zweite Spielfilm von David-Bowie-Sohn Duncan Jones überzeugt wie schon der Vorgänger “Moon” mit einer intelligenten Story und guter Besetzung.

2. Alles was wir geben mussten
Herzzerreißendes und hervorragend besetztes Science-Fiction-Drama. Vor allem die Kinderdarsteller sind großartig!

3. X-Men: First Class
Sehr gut besetztes, actionreiches Prequel zur Mutanten-Saga!

4. Megamind
Herrlicher Animations-Spaß der beweist, dass die Bösen sowieso viel interessanter sind – auch und gerade wenn sie eigentlich ein gutes Herz haben.

5. Black Swan
Eindringliches Ballett-Psychodrama mit einer zu Recht mit dem Oscar belohnten Natalie Portman.

6. The King’s Speech
Ebenfalls Oscar-gekröntes Porträt des stotternden englischen Königs George VI. Unbedingt auf Englisch anschauen!

7. Rango
Abgefahrener Animations-Western mit Johnny Depp als unfreiwilligem Helden. Cool!

8. Beginners
Vater-Sohn- und Beziehungsgeschichte. Wie geht man damit um, wenn sich der eigene Vater nach dem Tod seiner Frau als homosexuell outet und das dann auch auslebt. Neben den menschlichen Darstellern spielt sich auch der denkende Jack-Russell-Terrier Arthur ins Herz der Zuschauer.

9. Thor
Neben “X-Men” eine der wenigen Comic-Verfilmungen, die ich mir dieses Jahr angeschaut habe. “Captain America”, “Green Hornet” und “Green Lantern” haben mich dagegen weniger interessiert. “Thor” war witzig, allerdings konnte ich mich mit dem futuristischen Asgard nicht wirklich anfreunden, da ist meine Vorstellung zu sehr von dem liebenswürdigen alten Zeichentrickfilm “Walhalla” geprägt.

10. Contagion
Recht realistische Darstellung einer tödlichen Virus-Epidemie. Danach möchte man Hände waschen und wird in Zukunft wohl genauer darauf achten, wo man in Bussen oder öffentlichen Gebäuden überall hinlangt.

Enttäuscht war ich von “Tron Legacy” – der bot zwar eine schicke Optik, aber die Story war nur ein Aufguss des Originals. Auch die Haruki-Murakami-Verfilmung “Naokos Lächeln” und “Perfect Sense” mit Ewan McGregor und Eva Green blieben hinter den Erwartungen zurück. Schlechtester Film des Jahres war für mich aber “Krieg der Götter” – die Theseus-Legende ohne Ariadne, ohne roten Faden und ohne richtigen Minotaurus, dafür aber mit viel Gemetzel. 13 Euro für eine 3D-Kinokarte waren echte Geldverschwendung. Dagegen war das “Conan”-Remake noch ganz in Ordnung – trotz einiger Logikfehler (“Wo kommt der Wald her?”) und obwohl Arnie immer der wahre Conan bleiben wird. Positiv überrascht war ich vom 4. Teil von “Pirates of the Carribean”. Den wollte ich mir eigentlich gar nicht anschauen, weil Teil 2 und 3 schon so schlecht waren. Nummer 4 war allerdings wirklich witzig und unterhaltsam. Auch “Paul”, die Alien-Komödie des “Shaun-of-the-Dead”-Teams war mir in der Vorschau zu klamaukig vorgekommen, entpuppte sich aber als lustiger Road-Trip mit ein paar netten Seitenhieben auf Amerikas Kreationisten-Fraktion.

2012 freue mich mich vor allem auf zwei Filme: “Die Tribute von Panem” und “Der Hobbit” – und das, obwohl Romanverfilmungen ja meist hinter der Buchvorlage zurückbleiben. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen!

 

 

 

 

 

 

 

~ von hesindiane am Januar 1, 2012.

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